Grundsätzliches zu Vitaminen und Krebs

Schutzstoffe gegen Erkrankungen

Vitamine haben, wie auch viele Mineralstoffe und Spurenelemente, eine entscheidende Funktion bei der Steuerung und Regelung vieler Prozesse im Körper. Sie sind notwendig beim Aufbau der DNS, bei der Synthese von Enzymen, sie dienen als Radikalenfänger und unterstützen die Funktion von Zellen der körpereigenen Abwehr. Sie sind also wichtige Schutzstoffe. Da der Körper viele dieser Stoffe nicht selbst synthetisieren kann, müssen Vitamine oder ihre Vorläuferstoffe, die Provitamine, mit der Nahrung von außen zugeführt werden.

Vitamine und Krebs

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Welchen Zusammenhang gitbt es zwischen Vitaminen und Krebs?

Die vermutete Ursache jeder Krebserkrankung ist eine Regulationsstörung im Bereich der Zellen. Die Zelle hat ihre Steuerungsfähigkeit verloren, deshalb kann sie ihre angestammten Aufgaben beispielsweise als Leberzelle nicht mehr erfüllen. Sie vermehrt sich im Endeffekt unkontrolliert und verdrängt und beschädigt gesundes Gewebe. Dem geht eine Veränderung in der DNS voraus, eine sogenannte Mutation. Diese kann hervorgerufen werden durch Strahlung, der wir täglich ausgesetzt sind sowie durch reaktive Stoffe, die wir zu uns nehmen oder die während des Stoffwechselprozesses entstehen.

Auch zuviel Zucker und Fett sowie Dehydration kann die Ursache für Krebs sein.

Der Körper verfügt normalerweise über eine Reihe von Mechanismen, die bewirken, dass solche Schäden repariert werden oder sich nicht auswirken. So kann es sein, dass Vorläuferzellen von Krebszellen (prämaligne Zellen) lange Zeit im Körper existieren, ohne Schaden anzurichten. Wenn dann durch eine Infektion, eine Allergie, Überlastung, Stress, Vitalstoffmangel etc. der Körper über längere Zeit geschwächt und der Spiegel der Schutzstoffe zu gering ist, kann das zum Ausbruch der Krankheit führen.

Bei vielen Vitaminen existiert eine suboptimale Versorgung
Beispiel Vitamin D:

Dieses Vitamin ist eigentlich ein Hormon, das in der Haut durch Sonneneinstrahlung gebildet wird. In Deutschland und vielen anderen Ländern Nordeuropas ist Vitamin D Mangel weit verbreitet (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40818). Das hängt einerseits damit zusammen, dass wir uns vorwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten und andererseits, dass die UV-Einstrahlung im Winterhalbjahr aufgrund des tiefen Standes der Sonne zu gering ist. Vitamin D ist zwar auch in Eiern, Fisch und Milchprodukten enthalten. Die Mengen sind allerdings zu gering, um einen optimalen Spiegel zu erreichen.

Es gibt schon länger Hinweise darauf, dass Vitamin D nicht nur dem bekannten antirachitischen Effekt hat, sondern dass es mehrere hundert Gene beeinflusst (http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Vitamin_D_wirkt_auf_zahlreiche_Gene1771015587040.html). Auch ein Einfluss auf die Vermehrung von Zellen, auf die Apoptose bei Zellschäden und auf die Angiogenese von Tumorzellen wird diesem Vitamin nachgesagt (http://www.mcbonn.de/infos/www.mcbonn.de_Vitamin_D_und_Krebs.pdf). Obwohl die statischen Untersuchungen ein uneinheitliches Bild ergeben, kann festgestellt werden, dass die Erkrankungsrate bei vielen Krebserkrankungen für Personen mit niedrigem Vitamin D Spiegel deutlich erhöht ist.

Bei bereits diagnostiziertem Brust- oder Darmkrebs konnte bei Patienten mit einem günstigen Vitamin D Spiegel ein vermindertes Tumorwachstum festgestellt werden ( (Newton-Bishop et al., JCO 2009; Ng et al., BJC 2009). Insgesamt wird die Sterblichkeit durch Konzentrationen von 75 bis 90 nmol/l günstig beeinflusst. Studien haben außerdem festgestellt, dass bei einer Chemotherapie der Vitamin D Spiegel in der Regel stark abnimmt. Es zeigte sich zudem, dass die Wirksamkeit von bestimmten Chemotherapien in Verbindung mit Antikörpertherapie bei einem Vitamin D Mangel beeinträchtigt sind (http://www.uniklinikum-saarland.de/aktuelles/pressemitteilungen/einzelansicht/article/vitamin-d-mangel-bremst-moderne-krebstherapie-aus-1/). Die Empfehlungen laufen darauf hinaus, dass gesunde hellhäutige Menschen vorbeugend 1000 IE täglich zu sich nehmen sollten (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=36238). Die vorliegenden Untersuchungen sind ein Hinweis darauf, dass Vitamin D Gaben sowohl bei der Krebsvorbeugung als auch bei der Krebsbehandlung eine Rolle spielen können.

Weil Vitamin D antientzündlich und immunstabilisierend wirkt, kann eine gute Vitamin-D-Versorgung auch vor Rückfällen und Metastasen schützen. Das wurde in Studien für Hautkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs überprüft.

(http://www.biokrebs.de/presseinformationen/presseinformationen/1403-krebstherapie-biologisch-und-selbstbestimmt-von-anfang-an).

Beispiel: Vitamin A, B-Vitamine und Vitamin E

Studien aus den USA weisen darauf hin, dass mehrere Vitamine bei der Reparatur und dem Schutz der DNA eine wichtige Rolle spielen (http://www.clinicalnutritionjournal.com/article/S0261-5614(03)00064-5/abstract). Diese Erkenntnisse legen die Vermutung nahe, dass sie auch eine Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen, was auch durch Studien belegt ist. Allerdings gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, wie hoch die optimale Aufnahme dieser Stoffe sein sollte. Bei Folsäure beispielsweise scheint es so zu sein, dass sie zwar Krebsvorstufen zum Wachstum anregen kann, zugleich aber auch die Entstehung von Tumoren verhindern kann (http://www.medscapemedizin.de/artikel/4900748, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/830956/wider-diskussion-folsaeure-krebs-haelt.html , http://dgk.de/gesundheit/mikronaehrstoffebiosubstanzen/lexikon/vitamine/vitamin-b-12-cyanocobalamin/praevention.html). Hier sind weitere Analysen gefordert, die sich über längere Zeiträume erstrecken und einen größeren Probandenkreis umfassen.

 

Fazit und Empfehlungen nach heutigem Wissensstand:

Da Vitamine bei vielen Funktionen im Körper eine wichtige Rolle spielen, sind sie selbstverständlich auch bei der Vorbeugung und bei der Therapie von Krebserkrankungen von großer Bedeutung. Weil davon ausgegangen werden kann, dass ein Mangel an Vitaminen zu Störungen oder Fehlfunktionen im Körper führen kann, ist es für eine gesunde Lebensweise wichtig, der Zufuhr dieser lebenswichtigen Bausteine Beachtung zu schenken. Prämaligne Zellen werden möglicherweise bei einer optimalen Vitalstoffzufuhr daran gehindert, sich weiter zu entwickeln.

Viele Studien und Metaanalysen zeigen nämlich, dass eine suboptimale Versorgung mit Vitaminen mit einer statistisch erhöhten Krebswahrscheinlichkeit einhergeht. Da die Datenlage aber bei unterschiedlichen Krebserkrankungen uneinheitlich ist, sollte der Status ärztlich überprüft werden, bevor eine Substitution ins Auge gefasst wird. Mit Ausnahme von Vitamin D (http://www.biokrebs.de/images/stories/download/Therapie_Infos/Vitamin_D.pdf) können die Vitamine in ausreichender Menge durch eine bewusste Ernährung zugeführt werden. Das hat den Vorteil, dass gleichzeitig wichtige Mineralien und sekundäre Pflanzenwirkstoffe enthalten sind, deren immense Bedeutung gerade erst erforscht wird (http://www.biokrebs.de/images/stories/download/broschueren/Ernaehrung-und-Krebs.pdf, http://www.krebshilfe.de/metanavigation/presse/aktuelle-meldungen/aktuelle-presse-meldungen/article/gesund-leben-krebs-vorbeugen-von-klein-an.html?L=0&cHash=df8c08d452b41ae32254b83398b66092). Außerdem erwiesen sich einige Vitamine, in isolierter Form eingenommen, als eher ungünstig. Wer es nicht schafft, sich mithilfe von vitaminreichen Nahrungsmitteln ausreichend zu versorgen, kann auf Präparate zurückgreifen, die aus einer konzentrierten Mischung solcher Nahrungsmittel hergestellt wurden oder aber sich selbst Smoothies zubereiten (http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Wie-gesund-sind-Smoothies-108145.html).

Bei einer Krebserkrankung und während einer Therapie kommt es meistens zu einem vermehrten Bedarf an Vitaminen und anderen Vitalstoffen. Dieses sollte ärztlich abgeklärt werden. Es hat sich gezeigt, dass eine vermehrte Zufuhr einiger Vitamine die Wirkung von bestimmten Chemotherapien sogar verbessern und ihre Nebenwirkungen, auch die Nebenwirkungen von Strahlentherapie, vermindern kann (Keith/Cancer Treatment Reviews, 2007).

 

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